Abstracts

Die Digitale Transformation trifft jeden und alles… auch Ihr Requirements Engineering
Eduard Groen, Engineer im Fraunhofer IESE, 
Abteilung User Experience und Requirements Engineering

Im Zuge der „digitalen Transformation“ ändert sich die Art und Weise, wie Industrie und Gesellschaft mit Technologie umgehen. Keine Domäne bleibt davon verschont, doch das sollte nicht als Androhung eines unvermeidlichen Übels verstanden werden. Im Gegenteil: die digitale Transformation bietet Chancen wie nie zuvor! Beispielsweise setzen Komponentenhersteller und ihre Abnehmer gemeinsam Software-Ökosysteme auf, sodass die Bestell-, Garantiefallabwicklungs- und Qualitätsverbesserungsprozesse optimiert und weitgehend automatisiert werden können. Und in der Medizintechnik werden Produktverbesserungen in mehr Bereichen identifiziert, als man je für möglich gehalten hätte.

Das Requirements Engineering (RE) ist ebenfalls von diesem Paradigmenwechsel betroffen. Die erprobten RE-Techniken aus den 1960ern wie Interviews, Fokusgruppen und Feldbeobachtungen sind nicht mehr allen Aufgaben eines Requirements Engineers in neuartigen Umfeldern gewachsen. Das RE ist gefordert, sich in verschiedene Richtungen auszuprägen und sich im Zeitalter der digitalen Transformation auf einen „allgegenwärtigeren“ Einsatz einzustellen. Verschiedene Beispiele zeigen, wie RE bereits heute eine zentrale Rolle bei der Gestaltung digitaler Ökosysteme, der Durchführung von Produktmanagement 2.0 sowie der Berücksichtigung spezieller Stakeholder spielen kann.

Über den Referenten

Eduard C. Groen ist am Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE in Kaiserslautern als Engineer in der Abteilung User Experience und Requirements Engineering tätig. 2011 erwarb er seinen Master of Science in Psychologie, mit dem Schwerpunkt Ingenieurspsychologie, an der Universität Twente in den Niederlanden. Als Themenverantwortlicher für „Crowd-Based Requirements Engineering“ (CrowdRE) arbeitet er seit 2014 aktiv an der Entwicklung dieses neuartigen Ansatzes zur Anforderungserhebung, wobei er umfassend auf seinen ingenieurspsychologischen Hintergrund zurückgreifen kann. Darüber hinaus berät er Firmen darin, wie sie ihre Requirements-Engineering-Prozesse und zugehörigen Praktiken verbessern können und leitet Schulungen rund um die Welt. Neben seiner Arbeit am Fraunhofer IESE strebt er eine Promotion im Bereich Informatik an der Universität Utrecht zum Thema CrowdRE an. Betreut wird er dabei von Prof. Dr. Sjaak Brinkkemper.

Softwaretest in der Praxis: Die häufigsten Fehler und wie wir aus ihnen lernen können
Axel Giernas, Fachbereichsleiter RE/Testing,
SCOPE Engineering

„Wo keine Fehler gemacht werden, gibt es keinen Fortschritt“ - Thomas Edison

Fehler im Softwaretesting kosten uns nicht nur viel Zeit und Geld – Nein. Sie zeigen uns detailliert auf, was noch fehlt und welches Potential wir noch bis zur Perfektion haben. Durch Fehler haben wir die Möglichkeit, uns weiterzuentwickeln und erfolgreicher zu werden. Unser Erfolg ist letztlich abhängig von der Geschwindigkeit, mit der wir Fehler machen und dem Umgang mit ihnen - Frei nach Thomas Edison. In diesem Vortrag geht es nicht nur um die aktuellen TOP Fehler im Bereich Softwaretest, ihre Ursachen und Folgen, ich werde auch beleuchten, wie Sie diese verhindern bzw. identifizieren können.

Über den Referenten

Axel Giernas ist Fachbereichsleiter für Requirements Engineering und Testing bei der Firma Scope Engineering GmbH. Er leitet die Abteilung und die einzelnen, komplexen Projekte in den unterschiedlichsten regulierten Branchen in Norddeutschland. Zuvor war er sowohl als Gruppenleiter für Softwaretests als auch als Produkt-Owner bei der Firma Zöllner System GmbH tätig, nach dem er Embedded Software-Entwickler war. Sein Fokus liegt neben den Qualitätssicherungsmaßnahmen Validierung und Verifizierung komplexer Systeme aus regulierten Branchen, in der Beratung, im Training und in der operativen Unterstützung im Bereich des Requirements Engineerings.

Qualitätssteigerung durch selbstorganisierte Teams (k)ein Widerspruch? –
Agile QS in agilen Teams
Georg Haupt, Berater/Coach
oose Innovative Informatik eG

Wer legt die Regeln in einem agilen Team fest? Das Team! Wer organisiert die Arbeitsabläufe im agilen Team? Auch das Team! Wer ist verantwortlich für die Qualität des Produkts? Sie ahnen es, wieder das Team! Agile Entwicklung ist nur sinnvoll umsetzbar, wenn sich die Teams selbst organisieren können. Nur wie sieht Selbstorganisation in der QS-Praxis aus? Wie findet man eine Entscheidung, wenn es unterschiedliche Ansichten gibt? Wie findet die Abstimmung teamübergreifend statt? Selbstorganisation bedeutet zwar mehr Freiheiten, aber auch mehr Verantwortung. Besonders bei der Qualitätsfrage ist eine einheitliche Abstimmung über agile Teamgrenzen hinweg notwendig. Brauchen wir einen End-2-End-Test? Gibt es Businessprozesse durch die Applikationen? Wer kümmert sich um die Fortbildung? Wo werden wie die Schnittstellen definiert? Benötigen wir ein einheitliches Testtool? Dieses alles und viel mehr war früher die Aufgabe der QM-Abteilung, des Testmanagers. Wer kümmert sich in der agilen Welt um diese Themen? Richtig, das Team. Aus der Erfahrung eines selbstorganisierten Unternehmens heraus beantworten wir die Fragen rund um die Selbstorganisation. Wie es funktioniert, wie gemeinsam Entscheidungen getroffen werden und wie Sie Ihre Qualität durch eine selbstorganisierte Qualitätssicherung verbessern, zeigen ich Ihnen. Damit am Ende Sie, das Team, entscheiden können: Wie wollen wir zusammenarbeiten? Welche Prinzipien sind uns wichtig und welche Werkzeuge benötigen wir dazu?